Anna Netrebko: Meine Lippen, sie küssen so heiß

„Meine Lippen, sie küssen so heiß“ ist eine der populärsten Arien, die Anna Netrebko gesungen hat. Die Arie oder besser das Walzerlied entstammt der „Musikalischen Komödie“ Guiditta.

  • „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ – Die Operette Giuditta

Die Operette des Komponisten Franz Lehár wurde am 20. 1. 1934 an der Staatsoper in Wien uraufgeführt. Giuditta war Lehárs letztes Werk. Der damalige Staatsoperndirektor Clemens Krauss versuchte die Uraufführung von Giuditta zu verhindern. Doch die Geldsorgen der Wiener Staatsoper führten dann doch zur Erstaufführung an dem Haus, an dem normalerweise keine Operetten zur Aufführung kommen. Zur Premiere hätte die Wiener Oper Gerüchten zufolge 10.000 Karten verkaufen können.

Ein Rezensent der Uraufführung nennt Giuditta in der „Neuen Freien Presse“ „eine Oper mit Operetteneinschlag“ und „reich an Einfällen in gefällig-sentimentaler Lyrik zumal südslawischen Gepräges, in schmachtenden, langsamen Gesangswalzern…“ Zudem charakterisiert der Kritiker die Verkörperung durch die Sängerin der Uraufführung, Jarmila Novotná, als „ganz und halb mondän, immer mit Noblesse“.

Ein anderer Rezensent nannte Guiditta in der Zeitschrift „Die Bühne“ in Anspielung an Bizets bekannte Oper eine „Carmen mit mehreren Escarmillos“ und den Charakter der typischen Lehár-Nummer eine „erotisch-girrende, verrucht süße, buhlende, karatlose Lehár-Kantilene“. Giuditta gilt dem Kritiker als Frau „mit gefährlichem Blut in Gegenden von tropischer Temperatur“ – Giuditta spielt vorwiegend in Nordafrika.

  • Anna Netrebko singt „Meine Lippen, sie küssen so heiß“

Anna Netrebko sang „Meine Lippen“ zu mehreren Gelegenheiten. Am bezauberndsten dürfte das Video von den Londoner Proms aus dem Jahre 2007 sein. Anna Netrebko ist zu diesem Zeitpunkt 36 Jahre alt:

Etwas gesitteter, aber immer noch sehr charmant geht es hier zu. Der Aufnahmeort lässt sich nicht ermitteln:

Das Video von den Proms kann man auch auf annanetrebko.com, der offiziellen Seite der russischen Sängerin, ansehen.

  • „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ – Der Text

Der Text von „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ stammt von Paul Knepler und Fritz Löhner-Beda. Das Walzerlied ist Teil des Finales des zweiten Aktes der Operette. Der Text lautet wie folgt:

Ich weiß es selber nicht,
warum man gleich von Liebe spricht,
wenn man in meiner Nähe ist,
in meine Augen schaut und meine Hände küsst.
Ich weiß es selber nicht,
warum man von dem Zauber spricht.
Denn keine widersteht,
wenn sie mich sieht, wenn sie an mir vorüber geht.
Doch wenn das rote Licht erglüht,
zur mitternächt’gen Stund‘,
und alle lauschen meinem Lied,
dann wird mir klar der Grund.

Refrain

Meine Lippen, sie küssen so heiß,
meine Glieder sind schmiegsam und weiß.
In den Sternen, da steht es geschrieben,
du sollst küssen, du sollst lieben.
Meine Füße, sie schweben dahin,
meine Augen, sie locken und glüh’n.
Und ich tanz‘ wie im Rausch, denn ich weiß,
Meine Lippen, sie küssen so heiß.

In meinen Adern drin,
da läuft das Blut der Tänzerin,
denn meine schöne Mutter war
des Tanzes Königin
im gold’nen Alcazar.
Sie war so wunderschön,
ich hab‘ sie oft im Traum geseh’n.
Schlug sie das Tambourin
so wild im Tanz, da sah man alle Augen glüh’n.
Sie ist in mir aufs Neu‘ erwacht,
ich hab‘ das gleiche Los.
Ich tanz‘ wie sie um Mitternacht
und fühl‘ das Eine bloß:

Refrain

Meine Lippen, sie küssen so heiß,
meine Glieder sind schmiegsam und weiß.
In den Sternen, da steht es geschrieben,
du sollst küssen, du sollst lieben.
Meine Füße, sie schweben dahin,
meine Augen, sie locken und glühn‘.
Und ich tanz‘ wie im Rausch, denn ich weiß,
Meine Lippen, sie küssen so heiß.

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