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Das umtriebige Trio Catch gastiert mit seinem „Ohrknacker“-Format erneut im Radialsystem. Im Gepäck: das neue Werk Hop des Wahl-Londoners Dai Fujikura.

Das Stück bringt gerade einmal elfeinhalb Minuten Laufzeit auf die Uhr, balanciert dafür aber gekonnt zwischen kreativen Energieschüben in Zickzack-Form und rhythmisch subtiler Klangfeld-Statik, zwischen Konstruktion und Schönheit, wobei Hop durchaus nicht dualistisch aufgebaut ist, vielmehr fließt, ausläuft, strömt, als würde es um die Zeit selbst gehen.

Wenn es in Hop gerade einmal nicht wie in einem Termitenbau in heller Aufregung wuselt, dann gemahnen Haptik und Klang – die intensiven Klarinetten-Verwehungen (Boglárka Pecze) – an Neoromantisches. Nichts Bahnbrechendes ist das also, aber etwas sehr Hör-Fähiges. Fujikura wurde auch an Ultraschall 2020 gespielt. Sein Flöten-Stück Serene für einen Spieler und drei Flöten gefiel mir damals nur halb. Jetzt noch mal gehört, erschließt es sich besser. 

Doch zurück zu Hop und dem Radialsystem, wo der Titel „Werkstattgespräche“ tatsächlich verpflichtet. Sun-Young Nam (Klavier), Boglárka Pecze (Klarinette) und Eva Boesch (Violoncello, Schweizerin, aber, Frau Boesch, klingt das nicht österreichisch?) plaudern aus dem Proben-Nähkästlein, führen aus eigener Perspektive an der Werkgestalt entlang. So sehr sich die drei im kühlen PR-Chic auf Fotos präsentieren, so offen wird über Hop geredet.

Trio Catch Neue Musik Berlin

Trio Catch: Abgang mit Blume

Da das Konzert dem altbewährten Format Spielen-Erklären-Nochmal Spielen folgt, hört man beim zweiten Durchlauf das gleiche Stück und hört doch ein anderes, so sehr wechseln Perspektiven, Abläufe, Schattierungen.