Schlagwörter

Das Geburtstagskonzert.

Mit Kent Nagano dirigiert jener Dirigent, der das Orchester in den letzten 25 Jahren wohl am bedeutendsten geprägt hat.

Die Aufzählung der Festredner erlasse ich dem Leser.

Wie so oft legitimiert sich das Deutsche Symphonie-Orchester durch Programm und Leistung. Ersteres besticht durch warme Intelligenz.

Arnold Schönbergs Kammersinfonie op. 9 erklingt klar und straff, ganz im Zeichen solistischer Intensität. Die Solisten in Joseph Haydns trennscharf dargebotener Sinfonia concertante B-Dur hingegen sind Wei Lu (Violine), Mischa Meyer (Cello), Karoline Zurl (Fagott) und Viola Wilmsen (Oboe).

Es folgt eine außerordentliche Darbietung von Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll. Charakteristisch ist das Insistieren im Leisen. Alles Vordergründig-Chevalereske ist zurückgedrängt. Schumanns Romantik scheint so sachlich transformiert, das Rhythmische meditativ gedämpft. Schön die schwermütigen Celli-Kantilenen, die Mittelstimmen sind von objektiver Wehmut erfüllt. Mikhail Pletnev fügt sich in Naganos Konzept einer romantischen Innenschau ein. Er spielt den Klavierpart wunderbar konzentriert. Das geht hin bis zum Versponnenen und ist doch sicher in der räumlichen Disposition. Dem hellen Ton des letzten Satzes, den Kent Nagano vorgibt, fügt sich Pletnev rückhaltlos.

Als Ausklang dirigiert Nagano Ravels La valse, als nostalgische Walzer-Rückschau eher eine Musik post festum als selbstbeweihräuchernde Festmusik, und doch nicht unpassend als warmherziger Rückblick und vitale Selbstvergewisserung des Deutschen Symphonie-Orchesters.

Zu Beginn Dukas‘ Fanfare aus La Péri.


Weitere Kritiken und Berichte des DSO-Jubiläumskonzerts unter Kent Nagano:
Distanz und Taumel“ (Stage and Screen)
DSO Berlin unter Kent Nagano“ (kulturradio.de)