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Berliner Philharmoniker Giovanni Antonini Haydn Mozart Anderszewski

Giovanni Antonini dirigiert, Piotr Anderszewski spielt / Foto: berliner-philharmoniker.de

Nette Berliner Dopplungen: Innerhalb von drei Tagen höre ich zwei Mal die Sinfonie mit dem Paukenwirbel (am Montag mit Dudamel). Noch verlockender ist freilich, innerhalb von drei Tagen drei Mal die Alpensinfonie zu hören, grad als wär Berlin ein Vorort von Garmisch (Dudamel Montag, Thielemann Dienstag, Nelsons Mittwoch). Nun aber zu Dirigent Antonini und Pianist Anderszewski.

Piotr Anderszewski spielt Mozarts c-Moll-Konzert KV 491. Piotr Anderszewski sieht aus wie oberes Management im Internet-Business. Mir spielt Anderszewski zu weichlinig.

Hier eine Bewertung auf einer Skala von 10 bis 1. 10 entspricht… sagen wir Emil Gilels

  • Schönheit des Tons: 6
  • Unverwechselbarkeit des Anschlags: 3
  • Rhythmische Energie: 2
  • Fingerläufigkeit: 8
  • Rubati: 2
  • Spontaneität: 7
  • Kadenz: 2
  • Dramatisches Flair: 3
  • Gedankentiefe: 3

Antoninis Substitut-durchsetzte Philharmoniker spielen spreewasserklar. Na, wem das reicht. Die Holzbläser blasen a bissl zu pittoreske Dupfer. Anderszewskis Zugabe waren die drei attacca zu spielenden Bartók-Lieder Sz. 35a.

Von Haydn hört man die Sinfonien Nr. 101 und 103. Heute Abend ist es Antoninis hauptsächliches Verdienst, eine Note anders klingen zu lassen als die vorangegangene. Wunderschön das Trio der Paukenwirbel-Sinfonie. Aufatmen im Finale von 103 – die Musiker zeigen endlich Knappheit, Schärfe UND Spontaneität.

An der Soloflöte Mathieu Dufour (der neue Blau), dessen Brauen ein Spiegel der Herausforderungen sind, die die Partitur für ihn und sein Instrument bereithält. Giovanni Antonini, der nicht ganz so verwegen aussieht wie er auf dem Agenturfoto scheint, vollführt beidarmige Bewegungen, als würde er sein Jackett wieder auf die Schulter schütteln wollen. Ein vollbärtiger junger Mann sitzt im Orchester. Die erste Hipster-Violine bei den Philharmonikern.

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