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Musikfest Berlin. Nielsenschwerpunkt.

Philharmonie. Das RSB. Marek Janowski dirigiert.

Mahler, 10. Sinfonie, das Adagio. Das RSB realisiert es streng ausmusiziert. Der Zusammenhang steht über allem. Marek Janowski ist rasch. Das RSB erreicht ein Höchstmaß an objektiver Sachlichkeit. Unvergessen ist Abbados Interpretation am selben Ort (Mai 2011), doch Janowski zieht gleich. Der Leser merkt, dass ich die Mahlerinterpretation des RSB für eine der eindrucksvollsten der letzten Jahre halte.

Musikfest Berlin 2015 RSB

RSB spielt Carl Nielsen: expansives Thema eines expansiven Satzes einer expansiven Sinfonie / Quelle: facebook.com

Anders die Dritte von Nielsen. Nielsen 3 bereitet heuer diffuses Unbehagen. Woran liegt es? Marek Janowski denkt Nielsen von Brahms her. Und nun? Carl Nielsens Sinfonie Nr. 3 watet in Pastoso. Janowski verschleift Akzente. Phrasen fusseln aus. Prozesse verheddern sich im Streichernougat – das ist so was von brahmsy. Lineare Klarheit Fehlanzeige. Nee, geht gar nicht bei Nielsen. Die Gesangssolisten sind Sabine Puhlmann und Young Wook Kim.

Ein nettes Extra ist Schönbergs Lied der Waldtaube für Kammerorchester. Karen Cargill singt. Besetzung: Streichquintett, elf Bläser, Harmonium, Klavier. Cargills Mezzosopran, wagnergestählt und mahlergeübt, besitzt die Majestät eines imposanten Instruments. Das Vibrato ist stählern, das Brustregister ebenso so eindrucksvoll wie Frau Cargills Oberarmsilhouette.

„Dit is ditte und dit is ditte“ finde ich eine der einleuchtendsten Aussprüche Berliner Handwerker. Heuer ist Mahler Mahler und Nielsen nüscht.

Kaum kann ich mich von den Dirndltrends der SZ losreißen.

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