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RBB live.

Der Waldbühnen-Schock: La Ola.

Aber ja, ich finde La Ola bei den Berliner Philharmonikern gut, solange dieser Brauch sich auf die Waldbühne beschränkt. Die Herren tragen Schlips. Simon Rattle trägt schwarzen Kittel.

Es geht mit Filmmusik los. Einer der Höhepunkte der ersten Konzerthälfte: Schlagzeuger Raphael Haeger am Becken.

Zu dumm, dass Strawinsky nicht auf David Raksins Laura Theme gekommen ist, sonst würde man das Stück öfter in der Philharmonie hören. Die Streicher haben erstmals ausreichend Gelegenheit, Legatokultur und honigglänzende Kantilenen zu demonstrieren. David Raksin war übrigens Schönberg-Schüler und ist steinalt geworden.

Lang Lang erscheint. Es folgen unkultivierte Äußerungen weiblichen Wohlgefallens aus dem Publikum. Aber auch die beiden Konzertmeister grinsen (Noah Bendix-Balgley, Daishin Kashimoto).

Die Streicher gönnen sich Breite und Behaglichkeit beim zweiten Thema.

Die jugendliche Hand-in-die-Höhe-werfen-Geste beim Einsatz des vollen Orchesters vollführt Lang Lang wahrscheinlich noch mit 80.

Der Chinese spielt wunderbar hell in den verspielten Passagen. Diese stählerne Kraft der Töne. Die gesammelte Kraft eines Kissin, der das Griegkonzert (beim Silvesterkonzert 2011) feuriger spielte, bringt Lang Lang nicht in die Akkorde. Doch die Klarheit jedes einzelnen Anschlags ist eine einziges Vergnügen. Das ist etwas Pur-Musikalisches. So wie ein Ton aus Pavarottis Kehle per se Musik ist.

Ja, Applaus nach dem ersten Satz, geht voll in Ordnung.

Es folgt ein wunderbarer langsamer Satz, der mit einer hörenswerten Kantilene der Celli beginnt, die ihrerseits vom gut getimten Solohorn Stefan Dohrs garniert wird. Och, und dann der Einsatz Lang Langs.

Der dritte Satz des Klavierkonzerts huldigt allen niederen und höheren musikalischen Instinkten, melodischen, rhythmischen und jeglichen anderen. Einmal mehr brilliert Lang Lang durch absolut makellos technische Beherrschung der Partitur. Die Kombination aus Kraft und Konzentration seines Anschlags dürften einzigartig sein.

Pause.

Dann Filmmusik von Jerome Moross, Korngold, Miklós Rózsa, Scott Bradley und John Williams. Jerome Moross‘ Musik zu The Big Country brachte die Streicher ins Schwitzen, Korngolds knallbunte Robin-Hood-Musik auch die Flöten (Jelka Weber, Emmanuel Pahud). Gut zu wissen, dass Konzertmeister Kashimoto beim Einsatz von Bradleys Tom and Jerry die Stirn genauso kraus legt wie beim Vorspiel zu Tristan und Isolde. Mein Jottchen, spielten die Streicher schlenkerselig. Wie besoffen. Um die Uhrzeit ist das aber OK.

Hornisten der Berliner Philharmoniker

Auch Hornisten dürfen einmal im Jahr richtig bescheuert aussehen. Waldbühnekonzert 2015. Quelle: twitter.com.

Upps. Die komplexe Rózsas Ben-Hur-Suite mussten wohl selbst die Berliner Philharmoniker ernsthaft proben. Ich dachte, die Musiker hätten tagsüber im Prinzenbad gelegen. Kein Wunder, Miklós Rózsa studierte bei einem Schüler von Max Reger. Von nichts kommt nichts.

Cooler geht es nicht. Bratschist Joaquín Riquelme García hilft so nett bei den Schlagzeugern Simon Roessler und Haeger aus.

Solotrompeter Gábor Tarkövi trompetet umwerfend in John Williams‘ Raiders Of The Lost Ark.

Frau Willis twittert, da kommt man kaum mit. Quelle: twitter.com

Frau Willis twittert, da kommt man kaum mit. Quelle: twitter.com

Zuletzt John Williams‘ Star Wars Main Theme. Klar, die Hornisten machen jeden Unsinn mit.

Zuallerletzt Berliner Luft.

Ey, Erste Geigerin Kotowa Machida mit orangener Brille.

Schön wars.

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