Heute versucht, in den Holländer an der Berliner Staatsoper zu kommen. War nüscht. Nüscht und wieder nüscht. Aus Frust in Thielemanns Geburtstagskonzert aus Bayreuth reingehört.

Eva-Maria Westbroek singt die Isolde ohne die ganz schwere Soprangoldlinie, mit nervösem Flackern, ohne Leidens- oder gar Lustbeschwernis, mit nicht ganz klarer Sopranstimme. Sie singt sich gesund zu den Höhepunkt-As und Gis. Frau Westbroek sieht dank Frisur und allgemeiner Gestalt wie eine geborene Walküre aus (parallel bei Arte reingeguckt). Scheue Bravo-Rufe. Davor das Tristanvorspiel, schlank vom Orchester der Bayreuther Festspiele gespielt.

Götterdämmerung, Rheinfahrt. Zuletzt unter Barenboim vor 2 Monaten gehört. Thielemann dirigiert klar, sehr zügig, lieblichst bewegt (Brünnhildenmotiv der Oboe, wo’s auf einmal schneller wird). Die Geigen sensibel und warm. Fröhlich eilend und festlich-knallend der Höhepunkt (herrlich). Scheu flatterndes Horn. Da braust geschäftig das Naturmotiv heran, au wei, ziemlich flotte Halbe und Achtel.

Zum Geburtstag einen Trauermarsch, gibt’s nur bei Wagner. Im Trauermarsch geht diese ganze Gschaftlhuberei mit dem verflixten Leitmotiv-Krimskrams 100%ig auf. Todesmotiv, Todesklage, Wälsungenleid, Sieglindemotiv, Liebesmotiv, is dit ergreifend. Schlankes, angekiekstes Siegfriedmotiv, das unbeschwert geburtstäglich rüberkommt, dito das Heldenmotiv. Mir fehlt düstersatte Pathoswucht (kann Barenboim besser, ehrlich). Ja mei, ist halt ein Geburtstagsständchen. Das Publikum flippt aus.

Meistersingervorspiel zum 1. Akt. Von Thielemann flott angegangen – beinah Toscanini-Tempo. Die Orchestertotale Anlass-entsprechend festlich, doch immer mit einem angenehmen Zug zur Schlankheit, die lyrischen Passagen lauschig, gelöst und plauderfreudig.

Das Festspielorchester klang nicht ganz so toll wie zu den Festspielen.

Henri Dutilleux ist gestorben. Mögen die Engel ihm gewogen sein. Sarah Kirsch ist tot. Ihr ebenfalls.

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