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Ohne Schwan, aber mit Kaufmann – so könnte man die Fakten zur Lohengrinpremiere der Mailänder Scala am 7. Dezember zusammenfassen. Sarà un Lohengrin senza cigno, schreibt nicht ganz ohne Trauer die italienische Tageszeitung La Repubblica. Alle Wagnerianer, denen ein Lohengrin ohne Schwan vorkommt wie ein Wagner ohne Barenboim, werden sich mit der exquisiten Besetzung zu trösten wissen. Sie umfasst unter anderen: Anja Hateros als Elsa, René Pape als König, Evelyn Herlitzius (Ortrud) und Tómas Tómasson (Telramund).

Und sonst? Claus Guth inszeniert, Daniel Barenboim dirigiert. Wie Barenboim den Lohnegrin dirigiert, ist in Berlin hinlänglich bekannt. Wie ein Lohengrin ohne Schwan ausschaut, ebenso. Denn der schwanlose Lohengrin ist keine Mailänder Besonderheit, sondern inzwischen allgemeines Kulturgut, wie die aktuelle, gleichfalls vollständig entschwante Lohengrin-Inszenierung an der DOB zeigt. In einem Interview mit Classic Voice meinte Claus Guth: „Non sono interessato all’immagine del cigno in sé“, was auf berlinerisch so viel heißt wie „Der Schwan ist mir schnuppe“. Da kann man mit Lohengrin nur sagen: Mein lieber Schwan!

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