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War jetzt in der Sonntagsaufführung (14.10.) und muss einige Eindrücke von der 1. Staatsopern-Walküre berichtigen, besonders was Peter Seifferts Siegmund betrifft.

Peter Seiffert: Seiffert sang in der 3. Walküre der Staatsopern-Serie genauer, einfühlsamer, enger Barenboims Tempo und Wagners Text verbunden, sowie mit facettenreicherer Diktion. Das ließ – wenigstens mir – mehr Zeit, um aufs heldentenorale Timbre achtzugeben. „Nächtiges Dunkel“ singt Seiffert ohne künstliche Verdunklung, „Noch einmal, da sie schied“ klingt schön verhangen, „der alten Esche Stamm“ schön phrasiert. Timbre, Phrasierung, Diktion und Artikulation können eine Tendenz zum Trockenen haben. Die Wälserufe kommen mit nicht ganz so beeindruckend getimtem Anschwellen gegen Ende des Haltetons wie in der 1. Walküre. Seifferts Siegmund ist ein solider Mann mit einigen nicht unerheblichen poetischen Ansichten.

Mikhail Petrenko: Ein Bösewicht comme il faut. Petrenkos Haltung ist zum Zungeschnalzen. Bravourös deklamierend, im Gegensatz zur 1. Walküre deutlich energischer. Da war dieser schon außerhalb des Singens stehende Ausbruch bei „verhasst ist es allen und mir“. Nicht ganz höhensicher bei von unten angesprungenen A’s und G’s

Waltraud Meier: 2 oder 3 Stimmaussetzer bei den Vokalen in den ersten Silben mehrsilbiger Wörter („Der Männer Sippe“). Meier ist wohl immer noch unerreicht in der Siedehitze eng vibrierender, klangreicher, von Ausdrucksintensität flammender höherer und lauterer Noten. „Die meisten Bravos.

Ekaterina Gubanova: Abgesehen von ihrem Ausnahme-Mezzo – fielen doch eine gewisse Statik und fehlende Spontaneität ihres Fricka-Porträts auf.

Die Walküren und ihre Sängerinnen:
Helmwige: Susan Foster
Gerhilde: Danielle Halbwachs
Ortlinde: Carola Höhn
Waltraute: Ivonne Fuchs
Rossweiße: Simone Schröder
Schwertleite: Anaïk Morel
Siegrune: Leann Sandel-Pantaleo
Grimgerde: Anna Lapkovskaja

Jetzt ist aber genug Ring für dieses Jahr.

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