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Daniel Barenboim hat anscheinend neuerlich mit Anna Netrebko telefoniert. Ergebnis: Das alte Programm für das Benefizkonzert Ende dieses Monats wurde zu großen Teilen über den Haufen geworfen. Der empfindsame Tschaikowsky ist raus geflogen. Strauss hat es mit typisch bayerischer Mir-san-mir-Haltung geschafft, im Programm zu bleiben (Staatskapelle: Till Eulenspiegel, Netrebko: 3 Lieder). Nach der Pause singt Anna Netrebko L’altra notte aus Mefistofele von Boito und das als Abschluss wie die Faust aufs Auge passende Merce, diletti amici aus Verdis Vespri Siciliani, womit Barenboim und Frau Netrebko eindeutig Humor beweisen. Die Staatskapelle spielt zwischendurch den zackigen ungarischen Marsch aus Faust Verdamnis von Berlioz und – klar, da wäre ich jetzt auch drauf gekommen – das Vorspiel zu I Vespri Siciliani.

Mal sehen, ob DB und AN damit unumstößliche Tatsachen geschaffen haben oder ob die beiden Musiker in den verbleibenden Tagen – abgesehen vom scheinbar gesetzten Strauss – Werke weiterer interessanter Personen wie Wagner, Bellini oder Kilpinen ins Programm aufnehmen werden.

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