Nein, ich war nicht in Jonathan Harveys Weltethos, dirigiert von Simon Rattle, gespielt von den Berliner Philharmonikern, weder am Donnerstag noch am Samstag. Ich war in der Mittelmark. War auch schön.

Warum macht der Rattle auch dieses Weltethos-Dings da? Kompositionen, die so oder so ähnlich heißen, werden grundsätzlich nichts. Das ging Peter Ruzicka mit seiner Oper Hölderlin (Staatsoper) genauso. Komponierter Totalanspruch ist nie gut, außer man ist Beethoven, aber wer ist das schon? Schon Peter Ruzicka hätte sein Werk besser „Hölderlin frisch verliebt“ oder „Hölderlin in Bad Homburg“ genannt. Da hätte Jonathan Harvey von lernen können und sein Werk statt „Weltethos“ lieber „Verflixt!“, Untertitel: „Jesus und Mohammed in Berlin“ oder „Hans Küng“, Untertitel: „… oder der Theologenkrieg in Tübingen“ nennen können. Wenn man schon was machen wollte, das niemand kennt, dann hätte man doch ein Konzert mit dem Titel „Die am seltesten gehörten Ligeti-Stücke aller Zeiten“ oder „Was man von Hindemith nie hören wollte – wir spielen es trotzdem“ machen können.

Kritik Weltethos: k.A.

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