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Bernard Haitink erkrankt. Ihm wünscht man alles Gute. Juraj Valcuha, der aussieht, als würde er jeweils zwei Mal pro Woche Duca und Rodolfo singen, dirigiert für Haitink die Berliner Philharmoniker. Keine Beethoven-Dritte, sondern die Erste von Tschaikowsky, vulgo Winterträume, und die Euryanthe-Ouvertüre. Mit etwas gutem Mut freue ich mich auf Valcuha in genau dem gleichen Maße, wie ich den Ausfall von Haitink bedauere. Die entspannte Haltung Haitinks! Die schwebende Rechte! Das leichte, angedeutete Vornüberbeugen Haitinks!

Kenne ich Tschaikowskys Erste überhaupt? Ist das nicht die Sinfonie, wo im Finale der Chor „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ singt oder ist das von Brahms? Hhhmmm… Der Berliner Altweibersommer verdreht einem den Kopf. Wer will bei diesem prächtigen Spätsommer auch nur eine Sekunde lang von Winterstürmen träumen? Gerade jetzt, da Mehta die Erste von Mahler samt Blumine spielen lässt. Aber typisch Tschaikowsky, so was. Die Philharmoniker, vulgo das beste Orchester der Welt, sollen ruhig davon träumen, die werden dafür bezahlt, aber ich…

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