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Beethoven Sinfonien Nr. 6 & 7

Sechste Sinfonie. Zum Abbusseln schön, neben der Achten die gelungenste Wiedergabe. Beethovens Sechste habe ich dieses Jahr zum zweiten Mal von den Wienern hier in Berlin gehört, was gewiss zum allerersten Mal in der Musikgeschichte möglich war. Die Sechste der Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel (Frühjahr 2010) war eher eine Anleitung zum Gähnen. Thielemanns Sechste ist jetzt eine einzige Wohltat. Thielemann und die Wiener phrasieren wie die Schneekönige. Die Pause ist heuer so was von kurz, es reicht kaum zum gemütlichen Pinkeln. Die Plätze erreicht man dann nur, indem man an beiseite gebogenen Knien entlangschrammt.

Siebte Sinfonie. Der zweite Satz hat eindrucksvolle Stellen leisen Beginnens, wie überhaupt Thielemann großartige, prozessuale Pianissimi hinbekommt. Das eigentümliche Pathos dieses Allegrettos schmiert Thielemann dem Publikum aber etwas zu dick aufs Brot, auch wirkt der Satz als Ganzes etwas zerfahren. Das Manko dieser Siebten ist, dass im Fortissimo stets etwas Gebändigtes mitklingt. Dem letzten Satz fehlen elementare Energie, Entfesselung und einiges an Fantasie. Das Allegro con brio ist eine Enttäuschung wie das Finale der Fünften. Im letzten Satz gefielen mit die phänomenalen Kontrabässe besonders. Sie hatten überall ihre Finger mit drin. Rattle (Berliner) und Dudamel (Staatskapelle Berlin) waren bei der Siebten intensiver. Keine Zugabe.

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