Daniel Barenboim Chopin Variations brillantes op. 12 Nocturne op. 62 Sonate h-Moll Ballade g-Moll Etüden Mazurken Scherzo cis-Moll

Es gab zwei Vergleichspunkte. Barenboims Chopin-Matinée im Oktober und Pollinis Chopin-Abend Ende Januar. Barenboims b-Moll-Sonate, dort der Höhepunkt, klang besser als jetzt die h-Moll-Sonate. Auch Pollini gelang die b-Moll-Sonate nicht einwandfrei. Barenboims Nocturne gefiel mir dieses Mal etwas besser als seine Chopin-Nocturnes damals. Doch die Nocturnes spielte (und das Nocturne spielt) Barenboim zu weich. Ebenso die Mazurken jetzt. Nur die letzte hatte in der Komplexität und Verschränkung der rhythmischen Muster höchstes, aber dann wirklich höchstes, Niveau. Unfehlbar waren die g-Moll-Ballade und das Scherzo (cis-Moll). Es gibt kaum ein Chopin-Spiel, das dem Pollinis entgegengesetzter wäre, aber mit einigen Chopin-Sachen von Pollini waren die Höhepunkte dieses Abends das Beste, was auf dem Klavier überhaupt von Chopin zu hören ist. Oft schien mir die Linke äußerst glücklich gehandhabt. Vier Zugaben. Nocturne, 2 Walzer, Polonaise. Die Polonaise nun wirklich donnernd, doch mit Gehör für die Komplexität noch im ff. Ein Fehler an einer leichten Stelle in der Ballade. In der zugegebenen Polonaise haufenweise Fehler, doch das Ineins von Drama und Gewalt der Farbe, der Form stimmte.

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