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Staatskapelle Berlin Daniel Barenboim Gidon Kremer Schostakowitsch Violinkonzert Nr. 2 Schostakowitsch Sinfonie Nr. 13

Gidon Kremer: Er ist der einzige, der neben Anne-Sophie Mutter ungetrübte Freude bereitet. Schostakowitschs zweites Violinkonzert ist ein heißes Stückchen, und wohl genauso interessant wie Bergs Konzert. An Gidon Kremer nimmt die prätentionslose Erscheinung und der selbstverständliche Ton seines Spiels ein, gerade weil die unbezweifelbare, allerhöchste Klasse beinahe jede Sekunde hörbar ist. Kremer geht in die Knie, dann gibt es den typischen, immer etwas introvertiert wirkenden Ausfallschritt. Fortwährend wirkt er, als stünde er im eigenen Wohnzimmer. Schwarze Hose, schwarze Pollunderweste, weißes Hemd. Mit Sicherheit die bedeutendste Interpretation eines Violinkonzerts der gegenwärtigen Saison. Anne-Sophie Mutter spielt im Juni Sonaten. Üppige Bläser. Kremers Zugabe ist ein vertrackt jauchzendes Virtuosenstück, etwas Russisch-Baltisches, das zu einem Exzess des Hörens führt. An Schostakowitschs Dreizehnter stört der retrospektive Mussorgskij-Stil. Schostakowitsch verlässt sich in der Dreizehnten auf das, was er kann, anstatt Neues zu wagen. Alexander Vinogradov erntete stürmischen Beifall. Gidon Kremer kommt im Mai noch einmal. Simon Rattle wird an diesem Tag in der Staatsoper dirigieren. Ausgiebiges Kopfkratzen wird einer Entscheidung noch vorangehen. Dieses war jedoch ein herausragendes Konzert.

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