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Simon Rattle Ruth Berghaus Magdalena Kozena Robert Lloyd Hanno Müller-Brachmann William Burden

Und ein zweites Mal Pelléas et Mélisande. Simon Rattle im schwarzen Kittel. Zwei, drei Stichflammen des Orchesters. Dazwischen die überpräzise Motivik Debussys, die an einen Orientteppich, wenn nicht an Johann Sebastian Bach erinnert (das hat Debussy ansonsten aber von Wagner, ich schwöre es). Die Oper könnte auch heißen „Verliebe dich nie in ein Mädchen, das du im Wald triffst, und sei es auch noch so schön.“ Die Streicher machen die Sache so gut, dass man mehr auf sie als auf Debussy hört, was gar nicht leicht ist. Die Harfe tönt. Sie soll nicht vergessen sein. Die Sänger sind so gut, weil jeder weiß, was er singt. Zuletzt hört man, wie bei jeder erstklassigen Aufführung, nur noch den Klang. Warum dirigiert Simon Rattle nächste Saison nicht Macbeth, oder Traviata, oder Rosenkavalier? Dann würde ich in den Rosenkavalier auch wieder reingehen. Man kann sich ungefähr zusammenbasteln, wie das klingen würde, doch live hören ist aufregender.

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