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Brahms Klavierkonzert Nr. 2 Weill Die Sieben Todsünden

Wenn nicht Müdigkeit, die der, wie jeder Berliner weiß, anstrengende Berliner Frühsommer jedes Jahr aufs Neue verursacht, das Urteil trübte, so hielt das Konzert nicht ganz, was es versprach. Wenn die beiden Zauberer des Berliner Musiklebens zusammentreffen, ist der ästhetische Nutzen offensichtlich zwingendermaßen geringer als die geschmeichelte Eitelkeit des Publikums. Und da an diesem Abend die Extravaganz der Garderoben wie zufällig ausblieb und auch die Saalmädels missmutiger blickten als sonst, mag man das prestigeversprechende Doppelkonzert als grundsätzlich gelungen abhaken. Aber vielleicht war alles ganz anders, und der Zuhörer ein Opfer von Abschweifungen und unsinnigen Gedanken, die während eines Konzertes nun einmal auftauchen und die kein Saalmädel der Welt, und gliche ihr Äußeres bis aufs Härchen Anna Netrebko, ganz ausschalten kann. Im Übrigen gehören die beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms zu den undurchdringlichsten Kompositionen zwischen der Missa Solemnis und der Turangalila-Sinfonie.

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