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Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: Haydn Sinfonien Nr. 91 & 92, Sinfonia Concertante

Konzertbericht. Rattles Haydn-Zyklus umfasste sechs Sinfonien und die Schöpfung. Das besuchte Konzert lief so vor sich hin. Es gab einige schöne Stellen. Doch kein Entzücken. Man weiß nie genau, ob es an Haydn liegt, an Robert Schumann, an unglücklichen Verknüpfungen zwischen Realität und Musik, oder an Rattle. Simon Rattle dirigiert sehr genau, und durchaus nicht geheimnislos. Die spektakulären Stellen sind ohne Zweifel die kurzen Phasen überfallsartiger thematischer Verdichtung und mehrfacher Linienführung in den Ecksätzen. Doch Rattle macht mehr. Er dirigiert ernste Musik, deren makellose Konstruktion man an vielen Stellen mit einem Zungeschnalzen zur Kenntnis nimmt. Rattle gibt Einsätze mit einem offenem Lächeln, nachdem er mit geschlossenen Augen und seltsamen Grimassen Moll-Passagen spielen ließ. Trotzdem unbefriedigend, warum weiß ich auch nicht. Die beiden Konzerte kamen kurz danach auf CD raus, und von der Scheibe gefiel mir Rattles Haydn vom ersten Takt an. Rätsel über Rätsel.

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