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Julien Salemkour Annegret Ritzel Zoran Todorovich Sylvana Dussmann Christof Fischesser Carmen Oprisanu

Opernkritik Norma. Diese Norma ist weder flott, noch anrührend, noch ist sie schön anzuschauen. Letzteres ist das Hauptmanko. Die Inszenierung von Annegret Ritzel ist ein Totschlagmotiv. Es handelt sich um eine der saftlosesten, penibel-fantasielosesten, trockensten, dürrsten, um nicht zu sagen nichtssagendsten Inszenierungen, die einem unterkommen können. Auch wenn man alles tut, um solchen Regiearbeiten aus dem Weg zu gehen, einmal erwischt es einen doch. Kurzum: es war eine unkönnerhafte Pflichtübung (von Annegret Ritzel). Man dachte: genauso was käme raus, wenn die Gattin des Vorsitzenden des Vereins der Staatsopernfreunde gesagt hätte: Ich will auch mal inszenieren, und der Intendant sagen würde: OK, dann mach Norma, da kannste nicht viel falsch machen. Ich will mich nicht mit einer Beschreibung von Ritzels Regiearbeit aufhalten. Ich habe absichtlich vergessen, wer dirigierte. Wahrscheinlich war es Julien Salemkour. Naja, war schon in Ordnung. Zoran Todorovich war Pollione, Silvana Dussmann Norma, Carmen Oprisanu Adalgisa, Christof Fischesser Oroveso. Man möchte fast vor anderen Inszenierungen von Annegret Ritzel warnen, auch wenn diese nicht sehr zahlreich sein können. Christof Fischesser: astreines Material, eine noch etwas flauschig-schlenkernde Linie. Carmen Oprisanu: kraftvoll. Silvana Dussmann: gezügelte Dramatik, gezügelte Intensität, aber alles im rechten Maß gezügelt, um den Ausdruck zu konzentrieren; steht da wie eine Eins. Zoran Todorovich: kernig, robust.
Besprechung Norma Berlin Staatsoper: eine Inszenierung von durchtrainierter, hartnäckiger Langweiligkeit.

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