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Max Renne Percy Adlon Leonardo Capalbo Alfredo Daza Andrea Concetti Anna Samuil Anna Prohaska

Unverhofftes Gelingen: Percy Adlons Berliner L’Elisir D’Amore entpuppt sich schon in den ersten Minuten als witzige Inszenierung, die jede Kurve kriegt, die Donizettis Arien vorlegen. Sie wärmt das Herz, sie funktioniert, es fließt der Sprit der Sentimentalität noch durch jede Auflösung eines Dominantseptakkordes. Kurzum: Man erwartete Durchschnitt und es wurde eine rundweg holde Sache. Wie das die Lindenoper doch manchmal hinbekommt! Zwei Italiener, ein Mexikaner und eine Russin sangen. Leonardo Capalbo spielte den Nemorino mit jener Herzensreinheit und Emphase, an die man denken muss, wenn man an Nemorino glauben soll. Der stets rätselhafte Zauber, zu hören, wie italienische Vokale wie von Geisterhand zu Wohllaut zusammenfließen, drang einen in Mark und Hirn. Leonardo Capalbo hat keine perfekte Stimme, aber eine wie ein treuherziger Augenaufschlag. Alfredo Daza (Belcore) wie Andrea Concetti (Dulcamara) hatten Spaß an den himmelhinansteigenden und -abstürzenden Gesangslinien, die die Donizettische Muse komponierte. Überhaupt Donizetti: Die bis auf den Grund durchseelte Sentimentalität, die Frische der Farben, der Anmut der Melancholie entzücken. Anna Samuil gefiel mir im Don Giovanni (Donna Anna) besser, um nicht zu sagen grandios gut, und hier nur gut. Anna Prohaska besitzt eine SEHR schöne polierte Stimme. Ein paar Wochen später habe ich Prohaska mit Rattle und Webern-Lieder gehört. Max Renne (Dirigent) konnte den lieblichen Liebestrank nicht stören. Opernbesprechung Kritik L’Elisir D’Amore Berlin: Donizettis Genie hübsch vergegenwärtigt.

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