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Michael Gielen Peter Mussbach Alexeev Sylvie Valayre Hanno Müller-Brachmann Andrew Richards

Eine von Mussbachs leidenschaftlich kühlen Inszenierungstaten an der Lindenoper. Ich bin Mussbach-Fan. Dies nur zwischendurch. Diese Bühneninterpretation für Giuseppe Verdis Macbeth ist energisch, stark, schnickschnacklos, sie konzentriert sich auf die Geschichte, hat eine Zuneigung zum Skalpell, eine Abneigung gegen das Einschmalzen und ist unbedingt sehenswert. Unter Michael Gielen klang das Orchester selbstbewusst zurückhaltend, immer zur Stelle, präzise, sängerfreundlich. Gielen leitete auf einer kontrollierten Mittellage. Wenige Tage vorher war Gielen gleichfalls mit der Staatskapelle Berlin in der Philharmonie mit einer in den Binnensätzen sehr überzeugenden Fünften Sinfonie von Bruckner zu Gast. Macbeth singt Valeri Alexeev, Lady Macbeth Sylvie Valayre (etwas ruppig geführter dramatischer Sopran mit intensiven, metallisch eckigen Spitzentönen), Banquo ist Hanno Müller-Brachmann. Ein würdiges Sängerteam. Macbeth ist die Komposition eines überragenden Verdi. Es sticht jeder Trumpf dieser düsteren Romantikgroteske, deren Musik sich deutlich jenseits der Romantik stellt und die wie der Freischütz viel Wildheit im Ariensystem der Schaueroper unterbringt. Selbst die Lady, die ein Brindisi vorträgt (wer hat das nochmal gesagt?), passt. Man merkt, dass Verdi viele Hühner gesehen hat, denen man die Köpfe abgeschnitten hatte. Fazit: Mal wieder reingehen, wenn weder ein Parsifal noch ein Rattle im Weg stehen. Opernkritik Macbeth Berlin Lindenoper: ein Satansbraten von Stück.

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