Schlagwörter

Daniel Barenboim Bernd Eichinger René Pape Michaela Schuster Burkhard Fritz Roman Trekel Christof Fischesser

Opernkritik Parsifal Staatsoper Berlin. Die Februar- und März-Aufführungen waren das A, die zwei Juni-Vorführungen waren das O der zweiten Saisonhälfte. Es ist ein Glück, Barenboim im Orchestergraben nach dem Taschentücherl greifen, vom Hocker sich erheben, ins Orchester hineinwedeln zu sehen. Die Verwandlungsmusiken, die Vorspiele schluckt man wie Hostien. Der Berliner Parsifal (siehe auch) ist nicht ausverkauft, was auf Hitze, oder auf Desinteresse, oder auf die Länge des Stücks oder auf die Beliebtheit von Strandbars in Berlin schließen lässt. Michaela Schuster kann viel, doch sie wird es noch konzentrierter können. Ihr Spiel scheint etwas zu ausufernd, ihre Stimme etwas unruhig. Pape und Barenboim verstehen sich nicht blind wie Barenboim und Waltraud Meier, sondern scheinen eher genauestens auf die Musik zu hören – nur jeder macht’s etwas anders. Pape hat was Jugendliches in der Stimme. Er tastet beim Singen nach der geheimen Struktur der Musik. Er formt Gesang in situ. Er fühlt die Musik durch das Singen hindurch. Pape fasst jedes Wagnerwort wie eine heiße Kartoffel an und packt es dann in die Hüllkurve seines sprachtastenden Gesangs. Wie Barenboim Parsifal dazu im dritten Akt leise spielen lässt, gehört zu den sieben Weltwundern von Berlin, von denen ein weiteres auf jeden Fall Nina Hoss am Deutschen Theater ist und natürlich zählt auch Barenboims Berliner Tristan darunter. Kritik Parsifal Berlin Barenboim: grandios.

Advertisements