Konzertbericht. Alfred Brendel spielt jedes Jahr Mozart, Schubert, Beethoven, Haydn. 2007 spielte Alfred Brendel Haydn (na ja, nicht schlecht), Beethoven (trocken, etwas klimpernd, intellektuell verspielt, etüdenhaft), Schubert (so retrospektiv, wie abends nach dem Rotwein), Mozart (rasselnd, schwebend, dramatisch, genial gepfeilt). Brendel sitzt mit wackelndem Kopf am Flügel, als gebückter Greis hoppelt und schlurft er über das Podium. Es ist ein Wunder, dass man das Schleifen der Lackschuhe nicht hört. Seine Konzerte sind auf eine gewisse Art ein Spiegel seines schlotternden Greisentums. Sie sind sprunghaft in der Qualität, und erstaunlich in den Enttäuschungen (Beethoven) als auch in den Überraschungen (Mozart).

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