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Constantinos Carydis David Alden Christine Schäfer Renato Girolmai Osborn Alexandr Vinogradov Katharina Kammerloher

Premiere Il Turco in Italia. So unglücklich die Staatsoper oft mit ihren Verdi- und Bellini-Opern fährt, so glücklich gelingt vieles bei Rossini und Donizetti. David Alden machte aus der Verwechselungsburleske des 22-Jährigen Rossini eine gagreiche, lieblich-bunte Klamotte, der gegen Ende allerdings die komödiantische Puste ausgeht. Christine Schäfers Donna Fiorilla klang, als dirigiere Boulez Mozart. Nichts Überschüssiges, kein Fett, haydnsche Mathematik. Die Eigentümlichkeit des Tons, die vollkommene Beherrschung der stimmlichen Möglichkeiten und die Ernsthaftigkeit der Darstellung machen ihre Fiorilla zu einem der schönsten Porträts der Saison. Constantinos Carydis dirigierte, wie die Inszenierung gelang: lebhaft verwickelt, mit Sinn für Farbe und Tempo, vor der Pause, pauschaler nach der Pause. Vinogradovs („Hört ihr Leut‘, und lasst euch sagen…“ – prächtig war es, prächtig) knorriger, kübelhohler Bassbariton (Selim), Renato Girolamis Don Geronio, Katharina Kammerlohers mehrschichtige Zaida und John Osbornes athletisch singender Don Narciso gewährleisteten das Niveau. Rossinis Eheposse ist den psychologisch unbeweglichen Stereotypen der Opernfiguren des 18. Jahrhunderts verpflichtet (wie der Fidelio). Der zweite Akt hätte einer deutlicheren Stütze durch Personenführung bedürft. Hier tröpfelte der Witz Aldens nur noch. Kritik: Beginnt gut, hört… nicht mehr ganz so gut auf.

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