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Kritik Berliner Philharmoniker. Die Berliner Philharmoniker verdienten sich an diesem Abend die Krone der Langeweile. Man blickt im Saal umher und fragt sich, woran das liegen möge. Der Blick bleibt an Trevor Pinnock hängen. Nach acht Takten ist es ein nicht sehr aufregendes Konzert, nach acht Minuten steht fest, dass der ganze Abend ein zäher sein wird. In der Pause konsultierte man das Programmheft der Philharmonie, um mittels eines Besuchs der zweiten Hälfte eines Konzertes im Kammermusiksaal Pinnocks Darbietung der großen g-Moll-Sinfonie zu umgehen, doch die Intendantin, Frau Rosenberg, hatte ein solches Verhalten während der Programmplanung offensichtlich nicht vorgesehen. Der Kammermusiksaal wurde nicht bespielt, und so sieht man Pinnock, einen durch und durch freundlichen Mann, auch noch Mozarts Sinfonie Nr. 40 dirigieren. Pinnocks Linke befindet sich stets exakt auf der Höhe der Rechten – eine Dirigiertechnik, die in dieser Ausschließlichkeit außer von Thielemann (bei gewissen Steigerungen Bruckners) von keinen mir bekannten Orchesterleiter angewandt wird.

Eine asymmetrische Armhaltung bevorzugt Pinnock nur, wenn er die Partitur umblättert. Zudem scheint es, dass seine geduckte Haltung und die Weigerung, weiträumige Armbewegungen auszuführen, auf sein Musikverständnis abfärbt. Was der Zuhörer zu hören bekam, rechtfertigt voll und ganz eine gesunde Unzufriedenheit. Diesem Mozart fehlte das Salz in der Suppe ebens wie ein ernst gemeintes Piano. Die Trockenheit der Interpretation war von einer solchen Durchschlagskraft, wie sie sonst nur dem Beginn einer Beethoven-Reprise. Das Finale von KV 550 ist ein unverdaulicher Brocken. Wäre ich Mozart, ich würde Pinnock verbieten, meine Werke aufzuführen. Selten kam die Schönheit der Musik schlechter zur Geltung. Doch nun zum erfreulichen Teil des Konzertes. Maria Joao Pires führte bei Mozarts Klavierkonzert KV 271 einen klaren Anschlag und eine geglückte Mischung aus Genauigkeit und Poesie ins Feld. Ihr Spiel lebt von einem wohltuend plastischen Ton., der Farbreichtum ist sehr hörenswert (Schiff und Brendel vermögen hier weit weniger), die ganze Disposition des Spiels frei und schön und dennoch kontrolliert, die Tiefenschärfe der Skalen enorm. Rubati nimmt Pires fast sachlich vor und integriert diese geradezu unauffällig. Dabei scheint der Ausdruck stolz zurückgenommen, wenn auch nicht missachtet. Wenn ich mich nicht täusche, gab es zwei Buhs für Pinnock.

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