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Bericht Berliner Philharmoniker. Sakari Oramo biegt den Körper schwungvoll durch. Er trägt Brille, hat ein nettes Gesicht und zieht den Dirigierstab wie ein Degen durch die Luft. Das ist zu Oramo zu sagen. Das Orchester nimmt Oramos glückstrahlende Dankesgesten den Musikern gegenüber mit ruhiger Gelassenheit entgegen. Es gab Zimmermanns beißend virtuoses Photoptosis, Schumanns erstaunliches Violinkonzert und die zweite Sinfonie von Schumann. Das Violinkonzert zeigt eine entzückende Einfachheit der Sprache. Das verzweifelte Bemühen um abstrakte Einfachheit lässt an Parsifal denken. Die Verzahnung von Soloinstrument und Orchester ist noch weitreichender als beim Klavierkonzert. Die Satzschlüsse von Satz eins und drei sind von atemberaubender Unspektakularität. Im ‚Langsam‘ hört man, wie ein Orchester Kammermusik macht. Isabelle Faust trägt ein Kleid, das einer Salonbesitzerin im Wilden Westen alle Ehre gemacht hätte. Sakari Oramo befeuert, doch nicht bis in die Ritzen des Klangs. Nicht bis in die Haarspitzen der Orchestergesten. Einiges klang ohne ein Empfinden für zu breite Lautstärke. Für Ausdrucksnuancen bei Schumanns hübscher Zweiter. Konzertmeister Toru Yasunaga. Endlich einmal wieder Emmanuel Pahud an der Soloflöte. Jonathan Kelly Solooboe. Photoptosis gelang Oramo am besten.

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