Domingos Bayreuther Walküre

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Und ewig singen die Wälsungen.

Zumindest solange Plácido Domingo Die Walküre dirigiert. Kaum etwas in der Musik ist dem einstigen Tenor-Tausendsassa ja fremd. So machen die Bayreuther Festspiele möglich, was  vor Kurzem unmöglich schien: Castorfs Öl-Drama geht in sein sechstes, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit nun wirklich allerletztes Jahr.

Bayreuth Walküre 2018 Plácido Domingo

Was stellt Plácido Domingo im Bayreuther Graben an? Das Resultat ist zwiespältig. Der Reihe nach. Domingos Dirigat ist eine Reise zu nie gehörten Wagnerklängen. Weiterlesen

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Der neu-alte Bayreuther Fliegende Holländer mit Greer Grimsley

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Jan-Philipp Glogers unter antikapitalistischer Flagge segelnder Finanz-Holländer zählt gewiss nicht zu den beliebtesten Bayreuther Inszenierungen. Doch die im kühlen Business-Milieu angesiedelte Inszenierung ist so schlecht gar nicht. Jetzt sticht sie zum vermutlich letzten Mal in Bayreuth in See.

Ich höre BR Klassik.

Ricarda Merbeth Senta Fliegender Holländer Wagner

Vokal ist es keinesfalls eine herausragende Vorstellung, auch musikalisch liegt das eine oder andere im Argen.

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Der Lohengrin im E-Werk: Bayreuth-Premiere mit Thielemann, Sharon, Beczała, Harteros

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Drei Jahre nach der letzten Vorstellung von Hans Neuenfels‘ Ratten-Lohengrin öffnet sich in Bayreuth der Vorhang für einen neuen Lohengrin. Der junge US-Regisseur Yuval Sharon inszeniert. Für knisternde Spannung sorgten im Vorfeld jedoch andere Namen. So war der Leipziger-Schule-Maler Neo Rauch als Bühnenbilder angekündigt, und dass nun nach Roberto Alagnas schnöder Absage Piotr Beczała, einer der führenden Interpreten im italienischen Repertoire und trotz umjubelten Dresden-Debüts als Lohengrin noch Wagner-Novize, die Titelpartie singt, hat die Erwartungen weiter gesteigert. Bei Neuenfels‘ ätzend scharfer Deutung dirigierte Andris Nelsons, es sangen Jonas Kaufmann und Annette Dasch. Wenn heuer das Team aus Thielemann, Beczała und Anja Harteros besteht, so steht zu vermuten, dass an Stelle des geschärften Ausdrucks der Jahre 2010 bis 2015 in 2018 seidenweicher Legato-Schönklang tritt.

Genau so kam es auch – jedenfalls fast.

Ich höre BR Klassik.

Bayreuth 2018 Lohengrin 3. Akt

Wenn Regie-Jungspund Yuval Sharon jetzt eine halb mythische, halb extraterrestrische Gesellschaft von Brabantern auf die Bühne stellt, zusammengewürfelt aus Comic, Science-Fiction und Rembrandtkostümen (Antwerpen! Schelde!!), so zielt der US-Amerikaner mit israelischen Wurzeln in eine andere Richtung. Bei Sharon trägt man Puffärmel, weiße Kragen, Sportstreifen am Ärmel, ergeht sich in Weiterlesen

Staatsoper Berlin Premiere: Ti vedo, ti sento, mi perdo

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Premiere und deutsche Erstaufführung von Ti vedo, ti sento, mi perdo von Salvatore Sciarrino.

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La Gioconda Berlin Deutsche Oper

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Die traditionellen Zutaten der italienischen Oper sind Liebeschaos und Intrigenwirrwarr. Bei La Gioconda, mit der Amilchare Ponchielli 1876 seinen einzigen nachhaltigen Opernhit landete, verfeinern weitere Zutaten das Werk: echte Volkstypen etwa, regionales Liedgut oder Grand-Opéra-Einsprengsel (die berühmte Ballettszene). Weiterlesen

Orfeo ed Euridice Staatsoper Berlin: Elsa Dreisig Bejun Mehta

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Orfeo ed Euridice von Christoph Willibald Gluck ist keine Oper, sondern eine Azione teatrale, und zwar eine über den Tod und die Liebe. Uraufführung war in Wien 1762, man hört an der Staatsoper Berlin eine auf das Essentielle runtergekürzte Fassung von gut 80 Minuten. So klingen edle Einfalt und stille Größe.  Weiterlesen

Kritik Premiere Parsifal Opernfestspiele München: Jonas Kaufmann Nina Stemme

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Parsifal München Staatsoper Jonas KaufmannKaum ist der Sommer da, beginnen für gewöhnlich die Münchner Opernfestspiele. So auch dieses Jahr. Während überall in der Republik die Opernhäuser dem Saisonende zutrudeln (hier in  Berlin mit Netrebko), lockt die Bayerische Staatsoper mit illustren Namen die Schönen und die Reichen und die Opernliebhaber an. Und heute gar, am heil’gen Tag der ersten Festspielpremiere, da ich Parsifal von Richard Wagner auf BR Klassik höre. Der Besetzungszettel führt die Namen Kaufmann, Stemme und Pape.

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Die Komische Oper zeigt Barrie Koskys Die Nase

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Die Komische Oper biegt mit einer turbulenten Inszenierung von Die Nase ins Saisonfinale ein. Bei diesem Geniestreich des blutjungen Schostakowitsch, der klingt wie megascharfer Borschtsch, finden Tempo und Witz treffsicher zusammen. Dagegen wirkt Alban Bergs Wozzeck, die heilige Opern-Kuh der Musikmoderne, Weiterlesen